Jagdbehörden & Kreisjagdmeister

Neben den allgemeinen Informationen zum Gesetzesentwurf für ein neues Landesjagdgesetz in Rheinland-Pfalz gibt es natürlich noch relevante Informationen für bestimmte Personengruppen. Nachfolgend möchten wir den Entwurf der Landesregierung aus dem Blickwinkel der Jagdbehörden und Kreisjagdmeister beleuchten.

Kategorie: Behörden

Der Entwurf wird unter anderem von dem Versprechen getragen, vor allem bei den Unteren Jagdbehörden für Entlastung und Arbeitserleichterungen zu sorgen. Als Beispiele nennt die Gesetzesbegründung dass sich die Jagdbehörden nicht mehr mit Abschussplänen beschäftigen müssen. Außerdem würden die Verbandsgemeinden in Bezug auf Wildschadensverfahren entlastet.

Kategorie: Behörden

Ja, auch an anderen Stellen kommt es zu einer Ausweitung der Aufgaben. Beispielsweise wären die Unteren Jagdbehörden zukünftig zuständig bei der Gestattung von Ausnahmen bei den sachlichen Verboten (vgl. § 23 Abs. 3 LJG-E). Darüber hinaus droht den Unteren Jagdbehörden ein erheblicher Mehraufwand mit Blick auf die Gestaltung der Jagdbezirke. § 8 Abs. 1 LJG-E sieht vor, dass die Untere Jagdbehörde in begründeten Fällen von den Mindestgrößen der Jagdbezirke abweichen darf. Außerdem sieht der in Entwurf in § 10 Abs. 2 Nr. 2 LJG-E sogenannte Antragsjagdgenossenschaften für Bewirtschaftungszusammenschlüsse vor. Insgesamt wird damit der Verwaltungsaufwand bei der Administration der Jagdbezirke deutlich erhöht.

Kategorie: Behörden

Schon die versprochene Entlastung in Bezug auf die Abschussplanung ist zweifelhaft. Die originäre Abschussplanung erfolgt schon heute über die Hegegemeinschaften oder über die Abschussvereinbarung zwischen Jagdpächter und Jagdgenossenschaft. Der Unteren Jagdbehörde kommt damit schon heute nur eine Kontrollfunktion zu. Richtig ist, dass die Unteren Jagdbehörden zukünftig keine Kontrolle der entfallenden Abschussvereinbarung vornehmen müssten. Andererseits müssen sie dafür zukünftig die fachbehördlichen Stellungnahmen nach § 21 LJG-E auswerten, um zu prüfen, ob ein Mindestabschussplan festzusetzen ist oder ob Maßnahmen nach § 23 LJG-E zur Verringerung des Wildbestandes angezeigt sind. Während es aktuell der Unteren Jagdbehörde obliegt, land- oder naturschutzfachliche Stellungnahmen einzuholen, können solche zukünftig bei der Unteren Jagdbehörde proaktiv von Seiten der anderen Behörden vorgelegt werden.

Kategorie: Behörden

Auch das ist nicht ersichtlich. Tatsächlich wird es zu wesentlich mehr förmlichen Wildschadensverfahren kommen, weil zukünftig auch die Jagdpächter selbst Wildschäden anmelden müssen, § 38 Abs. 1 LJG-E.

Kategorie: Behörden

Der Kreisjagdmeister ist ein zentrales Bindeglied zwischen der Jägerschaft in den Revieren und der Jagdverwaltung vor Ort. Seine Akzeptanz in der Jägerschaft ist ein hohes Gut und Schlüsselfaktor für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Politik und Öffentlichkeit haben hohe Erwartungen an die private Jägerschaft in Bezug auf die Vermeidung von Wildschäden, die Verhinderung von Tierseuchen und bezüglich der Anpassung der Schalenwildbestände in Bezug auf den Waldumbau. Diese hohen Ziele können nur mit der privaten Jägerschaft erfüllt werden. Weil wir auf dieser Basis auch einen erheblichen Teil der Lasten tragen, die mit diesen Aufgaben verbunden sind, erwarten wir echte Partizipation im Rahmen der Jagdverwaltung und ein Stimmengewicht, das unserem Anteil an den Lasten gerecht wird.